AOK informiert
11.06.2010
AOK informiert
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Sportlich aktiv sein, aber nicht
übertreiben
Die
wärmeren Temperaturen locken nun
auch Untrainierte und Sportler, die
länger pausiert haben, wieder zum Joggen, Fahrradfahren oder
Fußballspielen ins Freie. Doch wer es
übertreibt bzw. falschen Ehrgeiz
entwickelt, kann seiner Gesundheit mehr schaden als Gutes tun. Wir haben
Johannes Kiep, Bewegungspädagoge bei der AOK-Direktion Schweinfurt gefragt,
was man beachten sollte.
Mit
welchen typischen Folgen ist denn bei übertriebener sportlicher Aktivität zu
rechnen?
Kiep:
Seitenstechen
und Muskelkater sind in der Regel ein erstes Indiz dafür, seinem Körper zuviel
zugemutet zu haben. Außerdem besteht erhöhte Gefahr, sich zu verletzen, wenn
Muskeln, Gelenke und Bänder längere Zeit nicht mehr belastet wurden.
Muskelfaserrisse, Bänderdehnungen oder Gelenkschmerzen sind oft die Folge von zu
wenig, zu viel oder falschem Training.
Seitenstechen
vorzubeugen, dürfte aber eine der leichtesten Übungen sein,
oder?
Kiep:
Das
ist richtig. Es ist zu empfehlen, zwei bis drei Stunden vor dem Training nichts
mehr zu essen. Das gilt insbesondere für Käse, Müsli, Hülsenfrüchte und
Vollkornprodukte, die lange im Magen verbleiben. Auch vor dem Sport zuviel zu
trinken, vor allem kohlensäurehaltige Getränke, fördert Seitenstechen. Nach
üppigen Mahlzeiten benötigen Magen und Darm viel Blut und Sauerstoff für die
Verdauung. Zudem fließt z.B. beim Joggen vermehrt Blut in die Beinmuskulatur.
Eine Umverteilung der Blutzufuhr zu den inneren Organen wird als Ursache für das
Seitenstechen angesehen.
Muskelkater
sehen viele Sportler als positives Ergebnis eines guten Trainings an. Ist das
so?
Kiep:
Genau das
Gegenteil ist der Fall, denn Schmerzen sind ein Zeichen von Überbelastung.
Muskelkater resultiert aus kleinsten Verletzungen der Muskelfasern. Entsprechend
macht es keinen Sinn, gegen den Muskelkater anzutrainieren. Stattdessen helfen
sanfte Bewegungen sowie Wärme aus der Sauna oder Badewanne. Das fördert die
Durchblutung der Muskeln und beschleunigt die Regenerationsprozesse. Am besten
ist es, in gemäßigter Form zu trainieren und zwischendurch kurze Pausen
einzulegen.
Was
heißt denn gemäßigt trainieren bzw. was empfehlen Sie Anfängern oder
Untrainierten, damit sie sich nicht so leicht
verletzen?
Kiep:
Zunächst
ist es wichtig, die Sportart auszuwählen, die einem auf Dauer Spaß macht.
Außerdem sollte die jeweilige Sportart technisch richtig ausgeführt werden.
Zudem sollten Anfänger und Untrainierte die Trainingseinheiten langsam steigern.
Daher ist eine Anleitung durch Sportfachkräfte zu empfehlen. Sportarten
wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder leichtes Jogging sind für
Freizeitsportler am besten geeignet. Sie lassen sich gut dem individuellen
Leistungsvermögen anpassen und haben bei richtiger Vorgehensweise ein geringeres
Verletzungsrisiko.
Mehr
Infos zum Thema Fitness und Bewegung gibt es bei jeder AOK-Geschäftsstelle oder
im Internet unter: www.aok.de/bayern >Gesundheit > Fitness &
Wellness.
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