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Kunstvoll gestaltete Grabsteine

18.03.2021

Kunstvoll gestaltete Grabsteine

rsf Die Veränderung in der Bestattungskultur auch hier in der ländlichen Gegend um Schweinfurt stellt die Gemeinde Üchtelhausen vor eine besondere Aufgabe. Denn immer öfter werden Gräber nicht mehr von Familienangehörigen weiterübernommen. In einigen Fällen bedeutet dies dann auch, dass vom örtlichen Künstler Peter Vollert kunstvoll wertvoll gestaltete Grabmale dann entsorgt werden. „Dies ist nicht in unserem Sinne“, bekräftigt Bürgermeister Johannes Grebner.

„Früher war es so auf dem Land: Wer den Bauernhof übernommen hat, hat auch das Grab im Friedhof weiter genommen“, meint Peter Vollert. Der Künstler hat neben Skulpturen für Kirchen oder für Brunnen auch Grabsteine gefertigt. In seiner Heimatgemeinde Üchtelhausen, aber auch in den Ortsteilen der heutigen Großgemeinde, haben mehrere Familien sich einen Grabstein gestalten lassen. Der Künstler hat – wenn von den Angehörigen gewünscht- dann immer einen Bezug zu den Verstorbenen bei seiner Arbeit mit eingebracht. „Wenn Männer in der Schweinfurter Kugellagerindustrie gearbeitet haben, dann habe ich das in das Grabmal mit eingebaut“, erzählt der Künstler. Oft aber hat er Reliefs mit der Muttergottes geschaffen.

Oft werden in den letzten Jahren Familiengräber nicht mehr weiter übernommen, sodass im Friedhof Üchtelhausen schon ein künstlerisch besonders wertvolles, von Peter Vollert geschaffenes Grabmal entsorgt wurde. Selbst wenn Angehörige der Familien weiter in der Gemeinde wohnen, so zeigt die Anzahl der Urnenbestattungen doch an, dass Familiengräber nicht mehr so nachgefragt werden. So standen im Friedhof des Gemeindeteils Üchtelhausen 2020 elf Urnenbeisetzungen drei Erdbestattungen gegenüber. Auch im Ortsteil Hesselbach waren von 18 Bestattungen nur sieben Erdbestattungen. Die Gemeinde folgt dieser Entwicklung dahingehend, dass neben den Familien- und Einzelgräbern auch Urnenfamiliengräber und Urneneinzelgräber für Baumbestattung oder in Urnenmauer auf den Friedhöfen zur Verfügung stehen, konstatiert der Bürgermeister.

 

Die Vorteile für die Grabinhaber, die für Kosten und Pflege der Gräber zuständig sind, liegen klar auf der Hand: Die Ruhefrist für Urnengräber beträgt nur 15 Jahre statt 25 Jahre für Erdgräber und die Grabgebühren sind für Urnengräber in den meisten Fällen auch niedriger. So beträgt die Grabgebühr in der Gemeinde mit einem Nutzungsrecht für 25 Jahre mit je vier Bestattungsplätzen für ein Familiengrab 1800 Euro und für ein Urnenfamiliengrab 1500 Euro.

 

So ein wertvolles Grabmal soll nicht einfach wegkommen, wie es halt schon einmal passiert ist, versichert der Bürgermeister. Damals sei die Ruhefrist abgelaufen gewesen und der gemeindliche Bauhof habe den Auftrag zum Abbau des Grabsteines bekommen. „Es war eine überstürzte Handlung“, so Johannes Grebner im Rückblick. Nachdem dieser eine von ihm kunstvoll gestaltete Grabstein schon im Friedhof Üchtelhausen entfernt wurde, hat Peter Vollert für die Gemeinde eine Liste mit den 28 Grabmälern zusammengestellt, die hier erhalten bleiben sollten.

Die Gemeinde wird, wenn ein solches Grab aufgelassen werden sollte, bei den Grabinhabern nachfragen, ob sie den Stein der Gemeinde überlassen, „denn wir brauchen das Nutzungsrecht an dem Grabstein“, betont Johannes Grebner. Des Weiteren ist für die Gemeinde zu klären, ob die Beschriftung auf dem Stein bleiben oder entfernt werden soll. Die Gemeinde plant nach Auflassung eines dieser von Peter Vollert bezeichneten Gräber lediglich die Einebnung und das Ansäen der Fläche mit Gras. Der Stein soll stehen bleiben und die Grünfläche wird von Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs mitgepflegt. Wenn er ohne Beschriftung ist, könnte er dem nächsten Nutzer der Grabstätte angeboten werden. Eventuell werden zu einem späteren Zeitpunkt in den Friedhöfen Flächen mit diesen Grabmalen als „Steingalerie“ gestaltet. Damit sieht der Bürgermeister eine Möglichkeit, den Friedhof als Einrichtung der öffentlichen Daseinsvorsorge ansprechend für Besucher zu gestalten.

 

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