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Marterla zur Schmerzhaften Mutter

18.04.2019

 

2018 wurde in Üchtelhausen das neu renovierte „Marterla zur Schmerzhaften Mutter“ wieder aufgestellt. Aus den Bürgerversammlungen kam nun die Nachfrage nach der Bedeutung des „Marterla“.

 

Freundlicherweise erhielten wir von Herrn Heinrich Neugebauer aus Üchtelhausen die Erlaubnis einen Auszug mit Bild, aus seiner kürzlich erschienenen 66-seitigen Broschüre über Kulturdenkmäler in Üchtelhausen - Geschichte und Geschichten in Wort und Bild, zu veröffentlichen.

 

                 Marterla zur Schmerzhaften Mutter

(Foto: Heinrich Neugebauer)

 

Unten im Höllental stand einst das Marterla zur Schmerzhaften Mutter am Waldrand vom „Viereckigen Schläigla“ (Holzschlag). Um 1990 musste es wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Die Bauteile lagerte Bildhauer Peter Vollert bei sich ein.

 

Auf dem rechteckigen Steinblock steht eine runde Säule mit Schafft, die einen muschelartigen Kopf trägt. In der vertieften Muschel ist ein Bildnis der Mutter Jesu mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß dargestellt. Der Kopf trägt ein kleines Steinkreuz.

 

Die Sockelinschrift lautet:

 

                             Diesse bittnus hatt gott Zu Ehren       

                             (Dieses Bildnis hat Gott zu Ehren ...)

 

                             aufrichten lassen Margarete gayearin

 

                                               1774

 

Die Schrift konnte nur schwer entziffert werden, da der stark bemooste Sandsteinblock tief in die Erde eingesunken war.

 

Aus mündlicher Überlieferung ist bekannt, dass „Margarete Geyerin“ zum Andenken an den Unfalltod ihres Sohnes – er soll beim Einbringen der Ernte vom Heuboden gefallen sein – diesen Bildstock stiftete.

 

Peter Vollert hat noch in seinem verdienten Ruhestand als Abschluss seiner künstlerischen Tätigkeiten und als weiteres Geschenk an seine Heimatgemeinde Üchtelhausen dieses Marterla aus dem Dornröschenschlaf erweckt und ohne Berechnung restauriert. Wenn dem Bildstock immer noch der Zahn der Zeit irgendwie anzusehen ist, so liegt das nicht am Restaurator, sondern am Amt für Denkmalspflege, dass zum Beispiel die Pieta nicht wieder als Vollrelief hergestellt werden darf, sondern in ihrem letzten Zustand zu konservieren ist.  

 

Der neue Platz befindet sich jetzt auf Gemeindegrund gegenüber dem alten Standort, also am Waldrand vom Stengach, weil zum ursprünglichen Platz kein Weg mehr hinführt. Im Rahmen einer Feier, zu der die Gemeinde Üchtelhausen am 01.09.2018 eingeladen hatte, segnete Monsignore Emil Heßdörfer diesen Bildstock. Danach wurde Bildhauer Peter Vollert – so bezeichnet er selber schlicht und einfach seinen Beruf - im Rahmen eines Festaktes in der alten Schule für seine künstlerischen Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Üchtelhausen ernannt.   

 

 

 

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