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Unfall bei Erntejagd – SVLFG mahnt zur Vorsicht

25.10.2019

 

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau


Unfall bei Erntejagd – SVLFG mahnt zur Vorsicht

 

Anfang September wurden bei einer Jagd in Baden-Württemberg ein Schlepperfahrer und eine Erntehelferin verletzt. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mahnt zur Vorsicht bei der Schussabgabe, wenn das Schwarzwild aus dem Mais wechselt.

 

Der Schlepper befand sich auf einem Feldweg neben einem weitgehend abgeernteten Maisfeld, das von Jägern umstellt war, die auswechselndes Schwarzwild bejagten. Vermutlich durchschlug nach mehreren Schussabgaben zweier Jäger ein Geschoss die Kabine des Schleppers. Der Fahrer wurde schwer im Bein verletzt, die Beifahrerin erlitt leichte Verletzungen durch Glassplitter. Gegen die beiden Jäger wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Dieser Unfall zeigt einmal mehr, dass Schützen nicht selten die nähere Umgebung ausblenden.

 

Aber auch bei der Planung und Durchführung der Jagd, die dem Jagdleiter obliegen, werden immer wieder Fehler begangen. Erntejagden müssen rechtzeitig vorbereitet und gut organisiert durchgeführt werden. Vielfach werden die Jäger über eine anstehende Erntejagd telefonisch benachrichtigt. Das heißt, der Jagdleiter teilt ihnen mit, dass in circa ein bis zwei Stunden der Mähdrescher oder Häcksler das Feld aberntet. Es bleibt dann wenig Zeit, die Jäger vor Ort einzuweisen, so dass sich jeder selbst seinen Platz am Feldrand sucht. Die Jäger wissen in diesen Fällen nicht, wo ihre Nachbarn stehen und Mitarbeiter des Lohnunternehmens erkennen die Jäger ohne Signalkleidung an der Feldkante nicht. Kleidung in Signalfarben ist heute Standard bei Gesellschaftsjagden.

Erntejagden müssen ab Mai geplant werden. Man kann zu dieser Zeit bereits erkennen, welche Früchte auf den Feldern angebaut werden und wo das Schwarzwild gerne Deckung sucht. Mit Hilfe einer guten Revierkarte oder mit Satellitenaufnahmen kann man die Stände und Positionen der Ansitzeinrichtungen für die Jäger eintragen. Es können ebenso freigegebene Schussbereiche eingezeichnet werden. Die Karten dienen auch dazu, einige Tage vor der Jagd beziehungsweise am Jagdtag die Ansitzböcke an den vorgesehenen Positionen aufzustellen.

 

Ebenerdig dürfen Schützen nur abgestellt werden, wenn durch die Geländeform ein Kugelfang gegeben ist. Bei flachen Schüssen unter zehn Grad auf gewachsenem Erdboden besteht eine erhöhte Abprallgefahr. Die Reichweite der Büchsengeschosse liegt bei über 5000 Metern. Auf der Rückseite der Revierkarte können weitere wichtige Informationen für die Jäger notiert werden, zum Beispiel die Telefonnummern der Teilnehmer und der Mähdrescher-/Häckslerfahrer sowie Notrufnummern. Am Jagdtag ist die Abstimmung mit dem Landwirt, dem Lohnunternehmen und seinen Mitarbeitern sehr wichtig. Sofern die Ansitzböcke nicht auf angrenzenden Flächen aufgestellt werden können, mäht oder häckselt das Erntefahrzeug drei Runden. Erst dann werden die Ansitzeinrichtungen auf dem Erntefeld aufgestellt, so dass ein ausreichendes Schussfeld nach außen vorhanden ist. In Richtung des abzuerntenden Feldes darf niemals geschossen werden. Es darf während der Ernte auch keine Nachsuche im Erntefeld durchgeführt werden.

 

Rechtzeitige Planung und die Ansprache des Jagdleiters vor Beginn inklusive Sicherheitsbelehrung und Schilderung des Jagdablaufes sind mitentscheidend für eine sichere und erfolgreiche Jagd. Die Broschüre „Erntejagd“ der SVLFG wurde überarbeitet. Zusätzlich gibt es ein Merkblatt und die Hinweise zur Ansprache des Jagdleiters bei der Erntejagd unter www.svlfg.de/jagd.

SVLFG

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