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Volkstrauertag

12.11.2020

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

leider können wir in diesem Jahr die Feierstunde zum Volkstrauertag nicht wie gewohnt abhalten. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens aufgrund des Corona Virus hat uns in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir alles tun sollten, die Verbreitung so gut es geht einzuschränken. Es wäre daher unverantwortlich sich in der jetzigen Situation mit einer größeren Anzahl an Personen an den Kriegerdenkmälern zu versammeln. Entsprechend wurde den Gemeinden die Absage auch im Rahmen einer Konferenz der Landräte mit unserem Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder angeraten. Auch wenn es gerade in der heutigen Zeit, in der es wieder vermehrt Krisenherde auf dieser Welt gibt, mehr als nötig ist, an die Folgen von Kriegen, Gewalt und Zerstörung zu erinnern, ist es besser dieses Gedenken auf andere Art und Weise durchzuführen, als hierbei ausgerechnet die verbliebenen Zeitzeugen direkt zu gefährden.

Ich möchte mich daher mit diesen Worten an Sie wenden:

In diesem Kalenderjahr jährt sich das Ende des zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Ein Krieg, der am Ende sechs Jahre und zwei Tage, bzw. 2 194 Tage oder 52 641 Stunden dauerte. In jeder Stunde verloren durchschnittlich 1 139, oder in jeder Minute 19 Menschen gewaltsam ihr Leben. Es verstarben somit mehr als 60 Millionen Menschen durch kriegerische Handlungen, mehr als die Hälfte hiervon waren Zivilisten. Mit dem heutigen Wissen, dass die militärische Niederlage und Besetzung Deutschlands durch die Alliierten die Voraussetzung für das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft war und letztendlich 1949 in die Gründung unserer freiheitlich-demokratisch verfassten Bundesrepublik mündet, ist der 08. Mai, der Tag der Kapitulation Deutschlands, als ein Tag der Befreiung zu werten. Eingeleitet wurde die Niederlage spätestens mit der sowjetischen Sommeroffensive die zunächst dazu führte, dass viele Menschen vor der heranrückenden Roten Armee flohen. Vielen von uns sind sicherlich die Bilder von Trecks im tiefen Schnee und den hierbei abgelaufenen Tragödien bekannt. Auch die Evakuierung von bereits eingeschlossenen Sudetendeutschen in Ostpreußen durch die Kriegsmarine dürfe vielen im Gedächtnis sein. Am Ende waren es zwei Millionen Menschen, die unter anderem nach Bayern kamen, Menschen, die wesentlich dazu beigetragen haben, dem Freistaat zu Wachstum und Wohlstand zu verhelfen. Ich denke, das sollte man auch bei der aktuellen Menge von Flüchtlingen auf dieser Welt bedenken. Man gibt nicht leichtfertig sein gewohntes Umfeld und seine Heimat auf, um in eine ungewisse Zukunft mit allen damit verbundenen Risiken und Gefahren zu starten.  

Während der Naziherrschaft wurde in Europa nicht nur Krieg und Schrecken verbreitet. Es wurden zudem Minderheiten und politisch Andersdenkende verfolgt und systematisch vernichtet. Gerade dieser Teil unserer Geschichte darf niemals in Vergessenheit geraten, insbesondere vor dem Hintergrund politischer Gruppierungen, die es bis zum heutigen Tag nicht schaffen, sich hierzu ausdrücklich zu bekennen.

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Information muss an jene weitergeben werden, auf die es morgen ankommt. Auch hierfür dient uns der Volkstrauertag. Gerne nehme ich daher die Botschaft des Volksbundes mit auf: „Gemeinsam für den Frieden!“

Die Gemeinde Üchtelhausen wird am Kriegerdenkmal in Hesselbach im Gedenken an diesen Tag einen Kranz niederlegen. Soweit es die Lage wieder zulässt, wird die Feierstunde zum Volkstrauertag im kommenden Jahr wie gewohnt stattfinden.

Ihr Bürgermeister

Johannes Grebner

 

 

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